Aequinox 2018

9. MUSIKTAGE ZUR TAG- & NACHTGLEICHE in Neuruppin

16. bis 18. März 2018

Freitag, 16.03. | 9:30 Uhr | Kulturhaus Stadtgarten

Odysseus

Musiktheater für alle ab sechs Jahren und Erwachsene
Taschenoper Lübeck | lautten compagney
Basierend auf Alter Musik von Claudio Monteverdi und neuer Musik von Katia Tchemberdji · Libretto von Margrit Dürr

Eigentlich könnte es ganz schön sein in Ithaka. Odysseus ist nach zahlreichen Heldentaten heimgekehrt zu seiner Frau Penelope. Doch dann tauchen ganz plötzlich Menschen auf, die auf der Suche nach einer neuen Heimat sind. In Ithaka? Da ist kein Platz, meint Odysseus. Mutig und immer hilfsbereit stürzt er sich aber sofort ins Abenteuer: Er will mit seinen kampferprobten Gefährten eine Bleibe für die Fremden finden. Nur wo? Irgendwo in der Fremde natürlich!

Die Welt von Odysseus und all jenen Wesen, die ihm auf der Reise begegnen, wird durch sechs Sänger und fünf Musiker zum Leben erweckt. Mit dabei: eine Figurenspielerin, die nicht nur absonderliche Geschöpfe kreieren, sondern unter anderem eine ganze Insel in Bewegung bringen kann.

Eine Kooperation des Theater Lübeck mit der Taschenoper Lübeck und der lautten compagney Berlin

Die Taschenoper Lübeck bearbeitet seit 2005 Musiktheater für kleine Menschen ab drei, ab sechs und für Jugendliche ab zwölf Jahren, meist in Kooperation mit dem Theater Lübeck. Gegründet von Margrit Dürr und Julian Metzger bezieht die Taschenoper die jungen Zuschauer sowohl musikalisch als auch szenisch spontan in das Bühnengeschehen ein und macht Oper für alle verständlich. Sie spielt in Schulen und auf renommierten Festivals, u.a. bei Schleswig-Holstein Musik Festival, Rheingau Musik Festival, Bachfest Leipzig, Musikfestspiele Potsdam-Sanssouci und bei den Musikfestspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Freitag, 16.03. | 19:30 Uhr | KulturKirche (Pfarrkirche) Neuruppin
Mit Pauken und Trompeten
Festliche Trompetenmusik des 17. Jahrhunderts
Musik von H.I.F.Biber, J.H.Schmelzer, C.Monteverdi, P.J.Vejvanovsky u.a.
Karel Mnuk, Barocktrompete | Jaroslav Roucek, Barocktrompete | lautten compagney |Musikalische Leitung | Birgit Schnurpfeil

Die Hoftrompeter und ihre Musik sind eine Besonderheit in der Geschichte der Musikinstrumente. Lange Zeit stellten sie eine spezielle Gruppe innerhalb des höfischen Gefüges dar und waren eher mit dem Militär, als mit den Musikern verbunden.

Im Laufe des 17. Jahrhunderts wuchsen die Verbindungen in die „normale“ Musikwelt und Kompositionen mit Trompeten als Soloinstrument gelangten in das Repertoire der Hofkapellen. Trotzdem galt die Trompete weiterhin auch als Instrument des Krieges. Im Eröffnungskonzert des Festivals präsentieren wir die virtuose, die sanfte, die singende und die militante Trompete. Mit Karel Mnuk und Jaroslav Roucek sind dazu zwei exzellente Virtuosen aus Tschechien in Neuruppin zu Gast

Karel Mnuk

Karel Mnuk studierte Trompete an der Akademie der musischen Künste in Prag und Naturtompete an der HMT „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig bei Ute Hartwig. Er war Mitglied bei der Prager Kammerphilharmonie, Staatsoper Prag und Kammerphilharmonie Pardubice. Als Trompeter spielt er zur Zeit bei mehreren in- und ausländischen Orchestern, u.a. lautten compagney BERLIN, Internationale Bachakademie Stuttgart, Balthasar-Neumann-Chor und Ensemble, Concerto Köln, Dresdner Barockorchester, Anima Eterna, Collegium 1704 und Musica Florea. Seit 1998 unterrichtet Mnuk am Konservatorium Pardubice.

Jaroslav Rouček

Jaroslav Rouček studierte von 1985 bis 1991 moderne Trompete am Prager Konservatorium. 1989 gewann er den 1. Preis im „Amati“ Interpretationswettbewerb in Kraslice (Graslitz). 1991 setzte er seine Studien bei Vladimír Rejlek und Václav Junek an der Akademie der musischen Künste in Prag fort, die er 1996 mit einem Magister abschloss. Anschließend studierte er für zwei Jahre Barocktrompete am Sweelinck-Konservatorium Amsterdam bei Friedemann Immer (Diplom 1998). Jaroslav Rouček ist seit dem Jahr 2000 Mitglied des Freiburger Barockorchesters, in dem er auch auf zahlreichen CD-Aufnahmen mitgewirkt hat. Seit Februar 2008 lehrt Jaroslav Rouček als Professor für moderne Trompete an der Akademie der musischen Künste in Prag.

Freitag, 16.03. | 22:30 Uhr | Siechenhauskapelle Neuruppin
Unberührt
Sphärische Klänge für eine Unbekannte – Musik von J.S.Bach
Carolina Eyck – Theremin | Martin Ripper – Blockflöte | Wolfgang Katschner – Laute

Ein Instrument, das ohne Berührung gespielt wird und dennoch direkt Töne erzeugt? Kaum vorstellbar und dennoch: das elektronische Theremin, das 1920 von dem Russen Lew Thermen erfunden wurde, macht es durch elektromagnetische Schwingungen möglich. Dabei kann es mal wie eine menschliche Stimme klingen, mal wie ein singendes Blasinstrument und dann wieder drängt sich der technische Sound in den Vordergrund. Carolina Eyck, eine Meisterin auf diesem Fach, erkundet gemeinsam mit Musikern der lautten compagney nun erstmals das Feld der Alten Musik. Die Mischung der sphärischen Klänge mit dem barocken Sound der lautten compagney verspricht ein ganz besonderes Hörerlebnis zu werden.

Die deutsch-sorbische Musikerin und Komponistin Carolina Eyck zählt zu den weltweit besten und gefragtesten Interpreten auf dem Theremin. Als Solistin und Ensemblemusikerin gab sie Konzerte in über 30 Ländern und musizierte dabei u. a. mit Heinz Holliger, Robert Kolinsky, den Dirigenten Andrey Boreyko, Michael Sanderling, dem Rundfunksinfonieorchester Berlin, dem Mozarteumorchester Salzburg, der Dresdner Philharmonie, dem Lapland Chamber Orchestra und dem American Contemporary Music Ensemble (ACME). Mit dem Pianisten und Komponisten Christopher Tarnow bildet sie seit 2013 ein festes Duo. Seit 2010 ist sie die künstlerische Leiterin der Theremin Summer Academy in Colmar, Frankreich, und seit 2013 auch der Theremin-Frühlings-Akademie in Leipzig. CD-Einspielungen (ECHO Klassik 2015) und ein Lehrbuch für das Theremin runden ihre vielseitige Tätigkeit ab.

Samstag 17.03. | 11:00 Uhr | Kreismusikschule Neuruppin
Krieg und Frieden 1918
Wenn ich mir was wünschen dürfte

Lieder des 20. Jahrhunderts von H.Ball, H.Eisler, F.Hollaender, K.Weill, A.Schönberg
Lesung aus Ernst Jünger – „In Stahlgewittern“
Winfried Glatzeder – Lesung | Salome Kammer – Gesang | Rudi Spring – Klavier

Die Katastrophe des 1. Weltkrieges und die Sehnsucht nach Frieden schaffen das Spannungsfeld dieses Konzertes. Ergänzt werden die musikalischen Beiträge mit einer Lesung aus Ernst Jüngers Kriegstagebuch, einer erschütternd sachlichen Darstellung der Erlebnisse Jüngers als junger Soldat.

16:00 – 19:30 Uhr | Museum und Kirche Wittstock
Krieg und Frieden 1618
Warum toben die Heiden – Wandelkonzert

Am 4.Oktober 1636 besiegten am Scharfenberg bei Wittstock 16000 Schweden das 22000 Mann starke kaiserlich kursächsische Heer. Diese Schlacht und der 400. Jahrestag des Beginns des 30-jährigen Krieges sind für AEQUINOX der Anlass für ein Wandelkonzert an den historischenen Orten der alten Bischofsburg und der Stadtkirche in Wittstock.

An verschiedenen Stationen des heutigen Museums des 30-jährigen Krieges entsteht ein Bild der Künste in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Europa verbunden mit zwei Lesungen. In der Stadtkirche singen Mitglieder des schwedischen Ensembles VOKALHARMONIN begleitet von der lautten compagney geistliche Vokalmusik.

Die Reise von Berlin oder Neuruppin nach Wittstock kann mit der Deutschen Bahn absolviert werden. Auf der Hinfahrt werden Musiker der lautten compagney in der Bahn zu erleben sein.

Programm im Museum

Joel Frederiksen – Gesang und Laute | Nuove Musiche – italienische Musik |Benjamin Dreßler – Viola da Gamba | Tobias Hume – ein englischer Soldat, Geheimdienstoffizier und Musiker |Robert Sellier – Tenor, Daniel Trumbull – Cembalo |Heinrich Schütz und Johann Hildebrand – deutsche Musik |Soetkin Elbers – Sopran, Petra Burmann – Laute | Airs de Cour – französische Musik | Gerd Amelung – Cembalo | Musik von Jan Pieterszoon Sweelinck und Samuel Scheidt – niederländische Musik | Karel Mnuk and Friends | Feldsignale für Trompeten und Percussion  | Winfried Glatzeder – Lesung | „Tyll“ von Daniel Kehlmann

Christian Filips – Lesung | „Simplizissimus“ von J.J.Grimmelshausen

Programm in der Kirche

30 Jahre Musik und Tränen
Ensemble Vokalharmonin – Stockholm | Frederik Malmberg – Leitung | lautten compagney
Werke aus Deutschland und Schweden und schwedische Folklore des 17.Jahrhunderts

SONNTAG, 18.03. | 11:00 Uhr | Neumühle Alt-Ruppin
DIE KONFERENZ DER VÖGEL
MIT DEM PERSISCHEN DICHTER ATTAR AUF EINER
REISE ZUM EIGENEN ICH
Nach Texten des Dichters Fariduddin Attar (1136–1221), bearbeitet von Christian Filips und Mehdi MoradpourPegah Ferydoni, Rezitation & Gesang | Jawad Salkhordeh – Tonbak (persische Trommel) und Setar (persische Langhalslaute) | Alireza Mehdizadeh – Kamanche | lautten compagney | Wolfgang Katschner auf historischen Instrumenten der Renaissance

»Diejenigen, die auf Äußerlichkeiten achten, sind in meinen Worten verloren, Diejenigen, die nach dem Sinn suchen, sind die Teilhaber meiner Geheimnisse.«

Fariduddin Attars Versepos aus dem 13. Jahrhundert ist weltberühmt und fasziniert seit Jahrhunderten gleichermaßen Leser und Schriftsteller. So wurde Goethe von Attar zu seinen drei Liebesgedichten über den Wiedehopf im »Westöstlichen Divan« inspiriert.

Die lautten compagney präsentiert mit diesem Programm eine aufregende Fusion aus Attars Texten, klassischen persischen Klängen und europäischer Musik der Renaissance.

Die Schauspielerin, Moderatorin und Sängerin Pegah Ferydoni studierte Philosophie, spielte auf den Bühnen des Maxim Gorki Theaters, des Heimathafen Neukölln und des Ballhaus Naunynstraße und gründete 2002 ihre Band „Shanghai Electric“. Von 2011 bis 2013 moderierte sie das Magazin zdf.kulturpalast. Im deutschen Fernsehen ist sie in Serien (Türkisch für Anfänger, SOKO 5113) und Reihen (Mordkommission Istanbul, Tatort, Kommissarin Lukas) zu sehen. Im Kino feierte sie Erfolge mit Folge der Feder, Women without Men, Zweiohrküken und 300 Worte Deutsch.

SONNTAG, 18.03. | 16:00 Uhr | Kulturhaus Stadtgarten
BEHIND BLUE EYES
22 JAHRE GUSTAV PETER WÖHLER BAND

Behind Blue Eyes, hinter den blauen Augen Gustav Peter Wöhlers, steckt immer etwas mehr: Große Liebe zur Musik natürlich, aber auch die Ironie, mit der Wöhler auf so manchen Titel oder Songtext schaut. Die Zeiten jedoch, da er immer erklären musste, dass sich Schauspiel und Gesang nicht ausschließen, sind lange vorbei. 22 Jahre Bandgeschichte sprechen für sich – und sind Anlass genug für ein Programm, das neben neuen Songs auch zurückblickt auf die Lieblingstitel aus zwei Jahrzehnten, in denen so manch ungewöhnliches Arrangement Kult-Potential entwickelt hat. So schlägt Behind Blue Eyes erneut Brücken zwischen Stars und One-Hit-Wondern, Klassikern und persönlichen Entdeckungen.

In akustischer Besetzung von Gesang, Gitarre, Bass und Klavier – ohne Schlagzeug – geht die Gustav Peter Wöhler Band auf eine musikalische Reise durch Genres und Jahrzehnte.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten steht der Schauspieler und Sänger Gustav Peter Wöhler gemeinsam mit seiner Band auf der Bühne. Mit ihren sehr eigenen Arrangements von Klassikern und Neuentdeckungen aus Pop und Rock haben sie sich als einstiger Hamburger Geheimtipp kontinuierlich eine landesweite Bekanntheit erspielt. Ihr ehrliches, leidenschaftliches Musizieren begeistert allerorten. In ihrer heutigen Besetzung besteht die Band seit 2008; neben Frontmann Gustav Peter Wöhler spielen Bassist Olaf Casimir als Gründungsmitglied, Gitarrist Mirko Michalzik und Kai Fischer an Flügel und Keyboards.

Sonntag, 18.3. | 19:00 Uhr | Siechenhauskapelle Neuruppin
Fremd bin ich eingezogen
Talkshow mit Künstlern des Festivals
Moderation – Christian Filips | Musik – Ensemble Vokalharmonin

Zum Abschluß des Festivals gibt es dieses Jahr erstmals ein Resumee in Form eines moderierten Gespräches, an dem auch das Publikum teilnehmen kann.