25 Jahre Festival Alter Musik Bernau

Von 21.-23. September feiert das Festival seinen 25. Geburtstag mit einem Jubiläumsprogramm

Das Festival Alter Musik in Bernau präsentiert seit 25 Jahren an einem Septemberwochenende in der spätgotischen St. Marien Kirche im Zentrum der Stadt Alte Musik. Das Jubiläumsprogramm, das Wolfgang Katschner von der lautten compagney Berlin gemeinsam mit dem Förderverein der Kirche zusammengestellt hat, wartet von 21. bis 23. September mit vier Konzerten auf:

Eröffnet wird das Festival Alter Musik mit einer szenischen Aufführung des Oratoriums Esther in einer humorvollen Bearbeitung des spanischen Ensembles Le Tendre Amour. Die kaum bekannte Fassung aus der Feder des Komponisten Christiano Giuseppe Lidarti von 1774 ist das längste Stück heute bekannter jüdischer Kunstmusik der Zeit. Le Tendre Amour erweckt in seiner Adaption die Legende um die Rettung des jüdischen Volkes in Persien wieder zum Leben und feiert in ihrer Inszenierung ein ganz eigenes Purimfest mit Hilfe von Masken, Kostümen und dem klugen Witz der Commedia dell Arte.

Im Nachtkonzert wird der Klang der chinesischen Mundorgel zum Medium zwischen fernöstlicher Tradition und deutsch-italienischer Barockmusik.  In dem ungewöhnlichen Konzert sind Instrumente zu hören, die sonst eher selten in die erste Reihe rücken. Der international gefeierte Sheng-Spieler (chinesische Mundorgel) Wu Wei spielt in dem Konzert Messer, Gabel, Stäbchen und andere Trios an der Seite des lettischen Kontrabassisten Gunar Upatnieks und des Bratschers Martin Steger, beide Mitglieder der Berliner Philharmoniker.

Nachdem die Konzertmusik im 19. Jahrhundert von den hohen Domen Italiens in die Architektur der bürgerlichen Konzertsäle und Theater zog, geriet ein besonderes Klangerlebnis mit seiner speziellen Raumwirkung in Vergessenheit. St. Marien bietet den perfekten Resonanzraum für diese mehrchörige Musik, bei der Sänger-Formationen und Instrumental-Ensembles auf verschiedenen Ebenen des Kirchenraumes postiert wurden und sich zu einem akustischen Gesamtkunstwerk ergänzten. Mit den Kompositionen des italienischen Meisters Giovanni Gabrieli setzt die lautten compagney Berlin im Concerto Veneciano die vierschiffige Hallenkirche in Bernau klanglich in Szene. Auf allen Ebenen und von allen Seiten bespielt, macht sie gemeinsam mit den besten Schülern der Musikschule Barnim die volle klangliche Dimension großer Sakralbauten mit Cornetto, Posaunen und Violine wieder erfahrbar.

Im sonntäglichen Abschlusskonzert im Kulturspeicher Barnim spielt ein ebenso leidenschaftlicher wie humorvoller Briefwechsel die Hauptrolle. Der Schauspieler Gustav Peter Wöhler leiht Mylord und Mylady seine Stimme, die sich Austauschen über die Stimmung im London zu Zeiten Georg Friedrich Händels – eine Zeit, in der Opernliebhaber für ihre Leidenschaft noch alles taten… Musikalisch untermalt von der lautten compangey Berlin mit der Sopranistin Susanne Ellen Kirchesch.

Adresse und Anfahrt
St. Marienkirche Bernau | Kirchgasse 8 | 16321 Bernau bei Berlin
KulturGut-Speicher Börnicke | Ernst-Thälmann-Straße 5 | 16321 Bernau bei Berlin
Tickets  und Kartenverkauf
Preise zwischen 35,-  und 22,- Euro (evtl. zzgl. VVK Gebühren) | www.reservix.de oder
Ticket-Hotline: 01806 – 700733 (20/40 ct pauschal aus dem deutschen Festnetz/Mobilfunknetz)

Informationen unter
http://www.altemusik-bernau.de/   und  http://www.lauttencompagney.de

Das Festivalprogramm in Kuerze

Freitag 21. September 2018 | 19:00 Uhr
Szenische Aufführung des Oratoriums Esther
Das spanische Ensemble Le Tendre Amour erweckt in seiner Adaption von Esther die Legende des jüdischen Purimsfestes mit Hilfe von Masken und Kostümen und unter Einbeziehung des Publikums zum Leben. Es entsteht eine einzigartig faszinierende und unerwartet fröhliche Version der hebräischen Erzählung.
von Christiano Giuseppe Lidartis, Pisa 1774
Le Tendre Amour | Adrián Schvarzstein, Regie und Schauspiel
Aurora Peña (Sopran); Farran Sylvan James (Violine); Katy Elkin (Oboe); Hannah Freienstein (Violoncello); Benjamin Gaspon (Traversflöte); Esteban Mazer (Cembalo)

Freitag 21. September 2018 | 22:30 Uhr
Messer, Gabel, Stäbchen & andere Trios
Ein ungewöhnliches Konzert mit Instrumenten, die selten in die erste Reihe rücken.
Musik von Bach, Monteverdi, Vivaldi und freie Improvisationen
Wu Wei Trio | Wu Wei, Sheng (Mundorgel); Martin Stegner (Viola); Gunar Upatnieks (Kontrabass)

Samstag 22. September 2018 | 19:00 Uhr
Concerto Veneziano
Mit dem „Raumkonzert“ in St. Marien Bernau, diesem `Markusdom Brandenburgs´, macht die lautten compagney die volle klangliche Dimension dieser Bauwerke wieder erfahrbar. Unter anderem mit Giovanni Gabrielis Sonate pian e forte von 1597.
Musik von Gioanni Gabrieli
lautten compagney BERLIN | Musikschule Barnim
Wolfgang Katschner & Birgit Schnurpfeil, Musikalische Leitung

Sonntag 23. September 2018 | 17:00 Uhr
Gefährliche Briefschaften
Ein Opernaufstand in Georg Friedrich Händels London und die Kunst der Verführung
im KulturGut-Speicher Börnicke
Gustav Peter Wöhler (Schauspiel); Susanne Ellen Kirchesch (Sopran); lautten compagney BERLIN

lautten compagney BERLIN

Die lautten compagney BERLIN ist eines der renommiertesten und kreativsten deutschen Barockensembles. Mit ansteckender Spielfreude und innovativen Konzepten übersetzen die ‚Alten Musiker‘ die Musiksprache des Barock immer wieder mühelos ins Heute. Regelmäßig gastiert das Ensemble auf bedeutenden nationalen und internationalen Konzertpodien und Festivals. Für seine kreativen Konzertprogramme und aufregenden musikalischen Brückenschläge wurde das Ensemble mehrfach ausgezeichnet. u.a. mit dem Musikpreis des Rheingau-Festivals 2012. 2018 ist das Ensemble für seine CD La dolce vita für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert.

Wolfgang Katschner

Von Haus aus Lautenist, gründete Wolfgang Katschner 1984 zusammen mit Hans-Werner Apel die lautten compagney, Herzstück seines vielfältigen Wirkens als Musiker, Organisator und Forscher in den Klangwelten des Barock. In den letzten Jahren trat Wolfgang Katschner auch als Gastdirigent erfolgreich an deutschen Opernhäusern hervor. 2012 bis 2016 war er musikalischer Leiter des «Winter in Schwetzingen». Verstärkt engagiert sich Wolfgang Katschner zudem in der Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses, so u.a. an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Sein leidenschaftliches Engagement für eine lebendige Alte Musik wurde mit dem Preis der Dresdner Musikfestspiele 2000 und dem Händel-Preis der Stadt Halle 2004 gewürdigt.

Förderverein St. Marien Bernau e.V.

Der Förderverein wurde 1991 gegründet. Er sieht seine Aufgabe in der Erhaltung und Pflege der Kunstschätze der St.-Marien-Kirche, die als spätgotische Hallenkirche noch heute ihre unveränderte Innenausstattung besitzt. Der Förderverein möchte die Kirche, die das Zentrum der hübschen Kleinstadt Bernau bestimmt, möglichst vielen Menschen öffnen. Gerahmt von der prächtigen Architektur der spätgotischen Kirche mit ihren reichen Kunstschätzen präsentiert der Förderverein nun bereits seit 25 Jahren im September das Festival Alter Musik.