Haeuser-Fluchten

Ein performativer Spaziergang entlang eines gesellschaftlichen Wandels

Die spreeagenten begeben sich mit dem performativen Spaziergang „Häuser-Fluchten“ auf Spurensuche etwa 100 Jahre zurück in die Vergangenheit und zeichnen auf dem Weg durch das Scheunenviertel und die Spandauer Vorstadt das atmosphärische Bild einer vielseitigen Gesellschaft, die durch den Einzug der NS-Diktatur einen Wandel erfuhr, der bis in die Gegenwart wirkt.

Die Regisseurin, Susanne Chrudina, widmet sich auf dieser Reise durch die Zeit ebenso dem Alltagstreiben der damaligen Gesellschaft, wie auch den Erinnerungen an die Leben und Schicksale einzelner oft auch gänzlich unbekannter Menschen, die für „Häuser-Fluchten“ zu Protagonisten werden. Es kommen die Stimmen von Widerstandskämpfern zu Wort, von Menschen, die im Untergrund ihr Überleben suchten, von Künstlerinnen oder politisch Verfolgten, die entlang des theatralen Parcours wohnten und wirkten. Das Publikum sucht dabei jede*r für sich einen Weg zu den einzelnen Stationen, an denen Geschichte performativ und musikalisch lebendig wird, teilt sich auf, findet erneut zusammen und wird begleitet von den Stimmen und Klängen einer Audiospur. So entsteht in „Häuser-Fluchten“ vor dem Hintergrund der Stadt, wie sie heute ist, entlang von Stolpersteinen und anderen Wegmarken, die an den großen Umbruch erinnern, eine mehrstimmige Erinnerung an eine Zeit, die gar nicht so fern ist.

Aus der Vergangenheit in die Gegenwart des Berliner Alltags

Seit 2007 entwickeln die spreeagenten Theaterprojekte und Performances und suchen dabei den internationalen, interkulturellen und interdisziplinären Dialog. Einen Schwerpunkt bilden recherchebasierte Produktionen und Formen des dokumentarischen Theaters. Internationale Koproduktionen führten die Berliner Theatercompagnie für oder mit Eigenproduktionen häufig auch in Osteuropäische Länder (z.B. Rumänien, Tschechien, Serbien)

Wenige Tage vor der Premiere gibt die Veranstaltung „Gelebte Vielfalt“ im großen Saal der Neuen Synagoge Berlin einen künstlerischen Einblick in die Produktion und lädt zur offenen Diskussion über die Geschichte der Spandauer Vorstadt und ihrer Relevanz für das Heute ein. Die Diskutant*innen blicken aus historischer, theatraler, stadtentwickelnder, geflüchteter, politischer und jüdischer Perspektive auf die Spandauer Vorstadt.

Mit Jelena Bosanac, Richard Gonlag, Zeljko Marović, Daniela Lunelli aka Munsha Konzept, Regie, Text: Susanne Chrudina Komposition, Musikalische Leitung: Daniela Lunelli aka Munsha Ausstattung, Technische Leitung: Stefan Oppenländer Produktionsleitung, Regieassistenz: Chris Wohlrab Videodokumentation: Branka Pavlović Redaktion: Stefanie Leinert Grafik: Ulrich Kochinke

Premiere                                          19. August 2020, 18.30 Uhr
Weitere Vorstellungen                20., 23. August & 2.,3.,6. September 2020, 18.30h
Gelebte Vielfalt                               11. August, 18 Uhr im Großen Saal der Stiftung Neue Synagoge Berlin
Ort                                                     zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Centrum Judaicum
                                                           (Startpunkt wird beim Ticketkauf bekannt gegeben)
Tickets und Infos                            www.spree-agenten.de

Hygiene Hinweise die Veranstaltung findet unter Einhaltung der Abstandsregeln statt. Für das Betreten von Gebäuden muss ein eigener Mund-Nasen-Schutz mitgebracht werden

Eine Produktion der spreeagenten in Kooperation mit der Berliner Landeszentrale für Politische Bildung, der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und TATWERK I Performative Forschung. Gefördert durch den Fonds Soziokultur, die Heinz und Heide Dürr Stiftung und den Bezirkskulturfonds Mitte.