SPIRALE wenn der Koerper nicht streikt

Eine theatral-tänzerische Erkundung krankhafter Arbeitsmoral

Mit einer Choreographie zwischen Schreibtisch, Stuhl und Laptop erkundet die japanische (Butoh-) tänzerin und Performerin Haruka Tomatsu die Auswirkungen von entgrenzter Arbeit auf den Körper, die Bewegung und das Wesen der Menschen. In Zusammenarbeit mit der Regisseurin Ren Saibara und der Dramaturgin Viola Köster macht die Tänzerin Stress und Karrieredruck auf der Bühne sichtbar und hinterfragt die oft selbstgewählte Ausbeutung mit Ernsthaftigkeit und Humor.

Macht meine Arbeit mich wirklich glücklich?

In Japan versteht man unter dem Namen „Karoshi“ den Tod durch Überlastung, in Deutschland ist Burnout ein weitverbreitetes Phänomen, das gerade auch solche Arbeiter*innen trifft, die besonders leidenschaftlich bei der Sache sind. Im Sog der Arbeit übernimmt dann schleichend die Arbeitssucht das Ruder und die Person, die sich selbst scheinbar perfekt zu managen vermag verbrennt innerlich und wird leer und arbeitsunfähig.

Der Drang zur Selbstoptimierung im Arbeitskontext beschäftigt die Dramaturgin Viola Köster bereits seit 2009. Ihre wissenschaftliche Recherche zur Entwicklung von Arbeitssucht und Selbstausbeutung im Umfeld von NGOs, wurde zum Ausgangspunkt der Theaterarbeit. „Die Spirale“ nimmt nun das Thema mit vollem Körpereinsatz und unter Zuhilfenahme dreier Sprachen unter die Lupe und hinterfragt so die gesellschaftlich weltweit angesagte gut gelaunte Verausgabung zwischen Büro, Fitnessstudio und Insta-Selfie-Account. Gibt es einen Ausweg aus der Spirale? Oder geht es immer so weiter?

Wer oder was stoppt eine Maschine, die ich selber bin? (Ren Saibara)

Ren Saibara ist japanische Regisseurin und Performerin. Sie interessiert sich für die Mechanismen hinter aktuellen gesellschaftlichen Problemen, die global und zeitübergreifend zu sein scheinen – und kontrastiert in ihren Arbeiten häufig die deutsche und japanische Perspektive auf ein Thema. Mit der Politikwissenschaftlerin und Dramaturgin Viola Köster arbeitet sie seit 2019 daran, die freiwillige Verausgabung einzelner im Beruf auf der Bühne zu hinterfragen. Haruka Tomatsu studierte Butoh Technik, zeitgenössischen Tanz sowie Theaterwissenschaften. Seit 2016 arbeitet sie als freie Choreographin, Tänzerin und Performerin

Konzept/Regie: Ren Saibara | Performance/Choreographie: Haruka Tomatsu | Konzept/Text/Dramaturgie: Viola Köster | Ausstattung: Michaela Muchina | Licht-/Sound-/Videodesign: Sebastian K. König | Outside-Eye: Annett Hardegen

Premiere                            12. 8. 2021, 20 Uhr
Weitere Termine            13.-15. 8. 2021, 20Uhr
Ort                                     Vierte Welt | Neues Zentrum Xbg | Galerie 1. OG | Kotti | Adalbertstr. 96
Preis                                   12€ |7€ | 3€
Tickets unter                   karten@viertewelt.de   

Eine Produktion von Ren Saibara, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR und unterstützt mit Mitteln der Projektförderung Friedrichshain-Kreuzberg.