zusammen:spielen

Das Theater o.N. engagiert sich mit kleinen künstlerischen Kollektiven für kulturelle Teilhabe

Das Team des Theater o.N. arbeitet mit vier Künstler*innen in zwei Berliner Schulen. In einem stetigen Prozess über zwölf Monate hinweg, können je sechs Kinder aus Kontexten finanzieller und kultureller Armut in vertrautem Rahmen künstlerisches Arbeiten ohne Druck kennenlernen.

Die theaterpädagogische Arbeit des Theater o.N. richtet sich seit 2010 an junge Teilnehmer*innen aus wenig privilegierten Familien, deren Engagement und Motivation weder durch Eltern noch durch ihr Umfeld unterstützt wird. In Kooperation mit zwei (Förder)schulen finden sich in „zusammen:spielen“ pro Jahr 24 Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren zusammen, um sich auf, hinter, vor und neben der Bühne auszuprobieren. Unterstützt von einer pädagogischen Begleitung arbeiten je eine Clownin, ein Tänzer, eine visuelle Künstlerin und ein Duo bestehend aus einer Schauspielerin und einer Kostümbildnerin in vier kleinen Kollektiven an ihrer eigenen Performance, die sowohl im Wohnumfeld der Beteiligten, als auch auf öffentlichen Bühnen zur Aufführung gebracht wird.

„Meine Meinung will eh keiner hören…“

Die theaterpädagogische Arbeit bietet Jugendlichen und Kindern die Möglichkeit, eine eigene Stimme zu finden, sie zu erheben, sich einzumischen und auszuprobieren. Basis dafür ist gegenseitiges Vertrauen. Um dies zu ermöglichen, arbeitet das Theater o.N., anders als die meisten theaterpädagogischen Projekte, für „zusammen:spielen“ mit besonders kleinen Gruppen. Es entsteht ein Experimentier- und Lernraum, der jungen Menschen mit erhöhtem Betreuungsbedarf entschleunigtes, künstlerisches Arbeiten ermöglicht. Ziel ist es, in kleinen künstlerischen Kollektiven gemeinsam mit den jungen Teilnehmer*innen ans Werk zu gehen, anstatt (ausschließlich) anzuleiten. Es entstehen vier Kurzinszenierungen à etwa 15 Minuten, die aus den Lebenswelten der Teilnehmer*innen schöpfen und in denen Jugendliche und Künstler*innen zusammen agieren.

In diesem Projekt sucht das Theater o.N. erneut nach Möglichkeiten der kulturellen Teilhabe für Jugendliche und Kinder, die kein anregendes Umfeld haben, das ihnen ermöglicht, sich selbst zu entfalten. Gleichzeitig erforscht das Theater, ob und wie Momente auf Augenhöhe im Probenprozess entstehen können, wenn Künstler*innen und jugendliche Spieler*innen gemeinsam performen und sich dadurch, anders als gewohnt, aufeinander beziehen müssen.

Projektbeginn   August/September 2020
Premieren          Mai/Juni 2021

Mit: Julia Gotzmann (Clownerie), Kaveh Ghaemi (Tanz), Annea Lounatvuori (visuelle Künstlerin), Iduna Hegen/Adelheid Wieser (Schauspiel/Kostüm) Pädagogische Begleitung: Heike Krowoza, Doreen Ullmann, Susanne Dill, Georg Dirlack Projektleitung: Cindy Ehrlichmann | Produktionsleitung: Kata Kovács

Albatros-Schule-Berlin (Oberschöneweide) | Sonderpädagogisches Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt “Geistige Entwicklung”
Willy Brandt Schule (Wedding) | Integrierte Sekundarschule (ISS)

Ein zweijähriges Projekt des Theater o.N. in Kooperation mit der Albatros-Schule Berlin und der Willy Brandt Schule. Gefördert durch Aktion Mensch und die Stiftung Berliner Sparkasse.