Meister der Fremde = Meister der Heimat

ein interdisziplinäres, interkulturelles Poesieprojekt

kunst-PR-ojekte: Presse und Öffentlichkeitsarbeit

kuratiert von der Poesievermittlerin Nicola Caroli (D)
mit Gedichten von Hasan Özdemir (D)
und Installationen sowie Performances der Künstler
Seçkin Aydın (TR)
Rosabel Huguet & Vicent Gisbert (ES)
Lippe Muniz (BR)
Takako Suzuki (JP)

von April bis Dezember 2012 | im wortwedding – Laden für Poesieprojekte

In Meister der Fremde = Meister der Heimat lassen sich vier Künstler unterschiedlicher Sparten und Herkunft in einer Residenz je einen Monat lang auf die Dichtung von Hasan Özdemir ein. Hasan Özdemir wurde 1963 in der Türkei geboren und lebt seit Ende 1979 in Deutschland. Mit seiner Poesie findet er eine eigene Sprache für die Erfahrung von Fremde und Heimat.

Die Künstler Seçkin Aydın, Rosabel Huguet & Vicent Gisbert, Lippe Muniz und Takako Suzuki setzen sich in Form von Installationen, Performances und Objektkunst mit den Gedichten auseinander. Im gegenseitigen Austausch entsteht ein Raum, der Poesie erfahrbar macht und es ermöglicht, neue Blickwinkel auf das Thema Fremde und Heimat einzunehmen.

Im Wedding mit einem Migrantenanteil von etwa 70 Prozent ist das Thema Fremde und Heimat allgegenwärtig, für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Durch die Präsenz von Meister der Fremde = Meister der Heimat von April bis Dezember 2012 entsteht für alle Besucher die Möglichkeit sich über die Ausstellungen und Performances mit dem Thema, der Poesie und den künstlerischen Arbeiten auseinanderzusetzen und sich mit den Künstlern und anderen Besuchern vor Ort auszutauschen.

orte schneiden sich
wie brotscheiben liegen sie
auf dem teller über die
ebene fliegt der vogel
mit transparenten gedanken
hinein atmend
das grüne leben
fatma von der pfalz
lieselotte auch
trinken wein am großen tisch

Hasan Özdemir

(In: Vogeltreppe zum Tellerrand, Verlag Hans Schiler, Berlin, 2005)

Biographien der Künstler sowie Veranstaltungsdaten

Seçkin Aydın
Vernissage: 27. April 2012, 19–23 Uhr
28.–29. April sowie 4.–6., 11.–13., 18.–20., 26.–27. Mai 2012, 14–18 Uhr; 25. Mai 2012, 19–23 Uhr Besuchszeiten während der Residenz mit der Möglichkeit sich über die Arbeit auszutauschen
9., 16., 23. April 2012, 16–19 Uhr
Eintritt frei!

Seçkin Aydın wurde 1980 in Diyabakır in der Ost-Türkei geboren. Er beendete sein Studium der bildenden Kunst an der Dicle Universität mit einem Master und studierte Soziologie an der Anadolu Universität in der Türkei. Derzeit promoviert er als Erasmus Student an der Univerzita Jana Evangelista Purkyne in Tschechien zum Thema Affect of Global Homogenization on the Arts and Culture. Von 2001–2006 arbeitete er als Kunstlehrer an Oberschulen, seit 2006 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Er ko-kuratierte zahlreiche Ausstellungen, hauptsächlich in der Türkei. Seine letzte Ausstellung war im Dezember 2011 In The Homy Space; Relocalization mit K3 & Usti in Nad Labem in Tschechien zu sehen. Einige seiner Einzelausstellungen waren disCONNECTING PEOPLE, Wearable Gallery, Usti Nad Labem, Tschechien (02/2012); MAYIN (Klang- & Lichtinstallation) & Piano Sonata in A Major K 331 (11/2010); lll.Rondo Alla Turca. Suluklu Han, Diyabakır, Türkei. Von 2006 bis heute hat Seçkin Aydın an vielen Gruppenausstellungen teilgenommen, die letzten waren: Timeout, Adasanat Gallery, Istanbul, Türkei (03,2012), The More Art Dicle University Art Gallery, Diyabakır, Türkei (10/2011); Be Alert! Duhok Art Gallery, Duhok, Irak (10/2011) und Take Care of You Amed Art Gallery, Diyabakır, Türkei (06/2011)
www.seckinaydin.blogspot.com

Rosabel Huguet & Vicent Gisbert
Installation/Performance: 29. Juni 2012, 19–23 Uhr & 30. Juni, 14–18 Uhr
Installation: 1. Juli 2012, 14–18 Uhr Besuchszeiten während der Residenz mit der Möglichkeit sich über die Arbeit auszutauschen 8., 15., 22. April 2012, 16–19 Uhr
Eintritt frei!

Rosabel Huguet wurde 1985 in Tarragona geboren. Sie studierte Schauspiel an der Universität Institut del Teatre in Barcelona und beendete ihr Studium mit einem Abschluss in Physical Theatre. Weitere Kurse und Fortbildungen zu Grotowski, Pantomime, Bharatanayam, Biomechanics, Tanz in Barcelona, Indien und Berlin folgten. 2006 widmete sie sich dem Studium des Tango in Buenos Aires. Sie ist Mitgründerin des Flocks & Shoals Art Collective, mit dem sie Performances wie Every time there is skin there is skin, Wudu Volcae, Studies for Solacia, Flocking Herding Shoaling Swarming und Mazezam präsentierte. Als Schauspielerin war sie in verschiedenen Performances zu sehen, die in Deutschland, Spanien, Portugal, Israel und Indien zur Aufführung kamen. Sie erarbeitete diverse eigene Stücke, die sie in Barcelona und Berlin zur Aufführung brachte: u.a. In Nächten und Händen auf dem 100º Festival am HAU, Alleine mit dir im Alten Finanzamt, Berlin oder Me duelen los ojos de mirar sin verte im Mica Moca, Berlin.
http://www.rosabelhuguet.com

Vicent Gisbert ist ein interdisziplinärer Künstler, der in Berlin lebt und arbeitet. Zurzeit entwickelt er Projekte, bei denen Körper, Bewegung und audiovisuelle Sprachen eine wichtige Rolle für den kreativen Prozess spielen. Mit seinen Werken Rumores (2007), AU (2008), Contra (2009), r38 (2009) und Back (2011) nahm er an nationalen und internationalen Festivals für Film, Videokunst und Tanzvideo teil. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, wie z. B. „Bester Unabhängiger Künstler“ beim Internationalen Festival Optica 2009, die PEARL bei den POOL 11 , Filmvorführungen oder den Metropolis TVE Award bei dem Festival Vad in Girona 2010 sowie ehrende Erwähnungen bei dem Filmfestival Oslo 2010, Videoformes 2010 oder dem Adana Boll Golden Film Festival 2011. Seine Sammlung serie 01 wurde in verschiedenen kulturellen Zentren ausgestellt, so z.B. im Instituto Valenciano de Arte Moderno und im Centre d´Art d´Alcoi. Play (2008), Habitáculo (2010) und Fenster (2011) Life-Aufführungen, von ihm selbst interpretiert und geleitet. Er nahm an Projekten anderer Tanzkompanien oder Künstler teil. So arbeitete er z.B. mit Maria Trenor, Regisseurin und Gewinnerin internationaler Festivals wie der Berlinale und nominiert für den Goya mit ihrem jüngsten Film Exlibris.
www.vicentgisbert.com

Lippe Muniz
Vernissage: 3. August 2012, 19–23 Uhr
4.–5., 10.–12., 17.–19., 24.–26. August 2012
sowie 1.–2., 7.–9., 14.–16., 21.–23., 29.–30. September 2012, jeweils 14–18 Uhr
31. August & 28. September 2012, 19–23 Uhr
Besuchszeiten während der Residenz mit der Möglichkeit sich über die Arbeit auszutauschen
17., 24., 31. Juli 2012, 16–19 Uhr
Eintritt frei!

Lippe Muniz wurde 1986 in Duque de Caxias, Brasilien, geboren. Er studierte an der Escola de Belas Artes/UFRJ in Rio de Janeiro Druckgrafik. Seit 2008 präsentiert er seine Arbeiten in Galerien in Brasilien und Deutschland. Zuletzt war seine Arbeit Souvenir Brasilien 2011 im Kunst im Kulturflur in Hildesheim zu sehen. 2010 zeigte er in einer Solo-Ausstellung in Jena Bühne und Kohle, Stöcke und Schweigen. 2009 waren seine Werke erstmals in Berlin in der Galerie Substitut zu sehen. In Rio de Janeiro, wo er lebt und arbeitet, ist er für den Espaço Gomo auch als Kurator tätig.
HTTP://artmiscellany.blogspot.com
HTTP://lippedrawings.blogspot.com

Takako Suzuki
Vernissage mit Performance: 26. Oktober 2012, 19–23 Uhr
27.–28. Oktober sowie 2.–4., 9.–11., 16.–18., 23.–25. November, sowie 1.–2. Dezember 2012, 14–18 Uhr
30. November 2012, 19–23 Uhr Besuchszeiten während der Residenz mit der Möglichkeit sich über die Arbeit auszutauschen
3., 19., 24. Oktober 2012, 16–19 Uhr
An den Wochenenden im November findet je eine Performances mit Gästen statt, Eintritt: 12 –6 Euro
Ansonsten Eintritt frei!

Takako Suzuki wurde 1965 in Nara/Japan, geboren. Nach ihrem Designstudium in Tokyo begann sie zu tanzen. Sie absolvierte ihre Tanzausbildung bei Anzu Furukawa (J) in Tokyo und beendete sie 1991 an der HBK Braunschweig. Seit 1992 arbeitet sie mit Sasha Waltz (D) in Berlin und ist seither an sämtlichen Produktionen der Tanzcompagnie Sasha Walz & Guests beteiligt. 2008 erhielt sie die Nachwuchsförderung für Choreografen bei Tanzplan Dresden für ihr Tanztheaterprojekt Empire in der Kleine Szene/Kammerbühne der Semperoper Dresden. Im Jahr 2010 kreierte sie ihre zweite Produktion Collavocation in Hellerau –europäisches Zentrum der Künste Dresden durch Tanzplan Dresden.

Hasan Özdemir

Hasan Özdemir ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Lyriker türkischer Herkunft. 1963 in der Türkei geboren, lebt er seit Ende 1979 in Ludwigshafen am Rhein. Bereits vor seinem Studium der Germanistik, Philosophie und Deutsch als Fremdsprachenphilologie in Heidelberg veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband Was soll es sein.
Der spätere Stipendiat für Literatur der Stadt Stuttgart und Gastautor der Universität Keele in England erhielt 2002 den Förderpreis für Literatur der Pfalz. Sein künstlerisches Schaffen umfasst Werke wie Das trockene Wasser, zur schwarzen nacht flüstere ich deinen namen, Vogeltreppe zum Tellerrand, 7 Gedichte, Windzweig und Argonauten. Gemeinsam mit dem Fotografen Günther Wilhelm veröffentlichte er im Herbst 2009 den Erzählband Die sichtbare Stadt.
Im Frühjahr 2010 wurde er als Preisträger des Dramenwettbewerbes Begegnungen des Theaters im Pfalzbau ausgezeichnet.

Rezensionen zu Hasan Özdemirs Dichtung

“Das Konkrete, Eindeutige und das Flüchtige gehen in Özdemirs Texten eine eigenwillige, reizvolle Mischung ein; so bilden sie selber den Übergang, um den sie sich inhaltlich immer wieder drehen und der in Bildern und Motiven auch einen Übergang zwischen Orient und Okzident darzustellen scheint.” (Mannheimer Morgen)

„Mit volkstümelnder Heimatdichtung hat das nichts zu tun, der Text ist vielmehr eine überzeugende Auseinandersetzung mit einer geliebten Landschaft und einer Gesellschaft, die noch immer ihre Probleme hat mit einer echten, auf Gegenseitigkeit beruhenden Integration von Migranten.“ (Mannheimer Morgen)

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Ein Projekt von Nicola Caroli im wortwedding, gefördert durch die Kulturverwaltung des Berliner Senats und das Quartiersmanagement Soldiner Straße. In Kooperation mit dem Hans Schiler Verlag, Berlin. Medienpartner: die tageszeitung