Route der Migration

Route der Migration/ Büro MilkStadtgeschichte als Migrationsgeschichte
Eine multimediale Ausstellung an migrationshistorisch markanten Orten der Stadt

kunst-PR-ojekte: Pressearbeit

Ausstellungseröffnung am 10.10.2011, 11 Uhr (Ostbahnhof)
Ausstellungsdauer 10.10.– 3.11.2011 (10 -18 Uhr) – Eintritt frei

 

Mit einer Bustour zu den vier auserwählten Schauplätzen öffnet am Montag, den 10.10.2011 die Route der Migration.

Migration hat an vielen Orten die Geschichte der Stadt bestimmt. Selten spiegelt sich dies heute im Stadtbild noch wider. Die Route der Migration macht die kulturell und historisch gewachsene Vielfalt der Stadt an ausgewählten Originalschauplätzen im Zentrum der Stadt sichtbar.

Etwa 150 verschiedene Erinnerungsorte, die für die Migrationsgeschichte der Stadt von Bedeutung sind, wurden im Vorfeld der Ausstellung durch eine Befragung von rund 80 Personen ausfindig gemacht. Die Route der Migration konzentriert sich auf vier dieser Schauplätze und beleuchtet ihre Geschichte: Am Oranienplatz, dem Halleschen Tor, auf dem Tempelhofer Feld und am Ostbahnhof bieten rote Container – Symbol für Globalisierung und Transport – als weithin sichtbare, temporäre Denkmale der Ausstellung Raum. Erzählt werden hier Geschichten der bosnischen, jüdischen, koreanischen, türkischen oder protestantischen Einwanderung mit historischen Bildern, Film- und Tondokumenten. Die Route der Migration lässt aber auch literarische Stimmen zu Wort kommen.

Am nah an der Mauer gelegenen Oranienplatz widmet sich die Ausstellung der türkischen Arbeitsmigration. Mauer und Migration bilden hier das Schwerpunktthema des Containers.
Das Hallesche Tor war eines von 18 Stadttoren in der Zollmauer, die im 18. Jahrhundert um Berlin errichtet wurde. Die Torwächter kontrollierten den Zugang von Menschen und Waren in die Stadt. Aber auch die viel später hier ansässige zentrale Registrierungsstelle für jugoslawische Bürgerkriegsflüchtlinge und das Büro für Besuchs und Reiseangelegenheiten fungierten als Kontrollmechanismen von Migrationsbewegungen.
Auch das ehemalige Flughafengelände bietet mehrfach Grund zum Gedenken. Der Container erinnert an das Zwangsarbeiterlager auf dem Tempelhofer Feld ebenso, wie an die Ankunft der koreanischen und türkischen Arbeitsmigranten, die nach dem 2. Weltkrieg in Westberlin landeten, um hier ein neues Leben zu beginnen.
Der Ostbahnhof bietet als Spiegel der Literatur Platz für literarische Texte. Hier werden Textausschnitte im Mittelpunkt, die sich mit der Ankunft am Ostbahnhof beschäftigen.

Das Büro MILK kuratiert und realisiert interdisziplinäre Projekte an Schnittstellen von Urbanistik, Kunst und Architektur. In Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft und Kultur wurde dieses Ausstellungsprojekt umgesetzt. Die Ausstellung selbst präsentiert ein erstes Zwischenergebnis.

Ein Projekt von Büro Milk, Netzwerk Migration in Europa e.V. und dem Beauftragten für Integration und Migration der Stadt Berlin, gefördert durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, DB Schenker, Berlin Partner/be Berlin und den Senat für Integration, Arbeit und Soziales – Büro des Integrationsbeauftragten. In Kooperation mit dem Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg, dem Friedrich-Meinecke-Institut für Geschichtswissenschaft, der Freien Universität Berlin, dem Institut für Europäische Ethnologie, der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Jüdischen Museum Berlin, dem Museum Tempelhof-Schöneberg, dem Stadtmuseum Berlin sowie dem Zentrum für Zeithistorische Forschung.