Open Spaces 2/2016

21. – 24. Juli 2016,
Tanzfabrik Berlin/ Wedding – In den Uferstudios

Mit einer Premiere von Juan Dominguez, einer Deutschlandpremiere von Gerard Reyes
Ausschnitte aus der kommenden Performance von Claire Cunningham und Jess Curtis
einem Open Studio mit Kate McIntosh und zwei Workshoppräsentationen

An vier Tagen im Juli trifft das „Open Spaces“- Programm mit seinen Performances und Showings auf die Vielfalt der „Sommer Tanz“ Workshops. Die Tanzfabrik Berlin/Wedding in den Uferstudios wird dazu auch in diesem Sommer ein offener Ort für das Experimentieren mit Bewegung und den Austausch untereinander.

Wie funktioniert Gemeinschaft? Wie entsteht sie? Wen grenzt sie aus? Welche Regeln stellt sie auf? Und was kann man gemeinsam erreichen, was im Alleingang schwierig ist oder unmöglich bleibt?


Juan Dominguez
: Clean Room – Season 3
Performatives Event • Premiere
Do 21.7. + Sa 23.7.  18:00   Uferstudio 5   Eintritt frei

Dieses von der Serialisierung inspirierte Langzeitprojekt versteht sich als Herausforderung an den Zuschauer, der aufgefordert wird, immer wieder zu kommen, um für einen längeren Zeitraum ein Teil der Entwicklung des Projektes zu sein. Die Zuschauer beteiligen sich an einem performativen Event, als dessen Protagonisten sie sich ihrer aktiven Rolle im fiktiven Konstruktionsprozess sozialer Wirklichkeit bewusst sind. In der bevorstehenden 3. Staffel werden die Teilnehmer unterschiedliche Dispositive aktivieren, was sie unweigerlich zu Komplizen macht. Nicht die ästhetische Erfahrung steht hier im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Engagement bei einer poetischen und konspirativen Transformation.
Regie: Juan Dominguez | Von und mit Juan Dominguez, Maria Jerez, Alice Chauchat, Arantxa Martinez | Gäste: Victoria Perez Royo, Alejandra Pombo, Emilio Tomé, Fernando Quesada, Anto Rodriguez| Produziert von Juan Dominguez | Koproduziert vom  Kunsten-centrum BUDA  Kortrijk und Tanzfabrik Berlin. Mit Unterstützung von Festival Surge/Madrid, La Comunidad de Madrid, Teatro Pradillo/Madrid, Museo Reina Sofia/Madrid und a.pass/Brüssel und Theaterhaus Mitte/Berlin | Produktion: Manyone

Gerard Reyes: The Principle of Pleasure
Do 21.7.  + Sa 23.7.   20:30   Uferstudio 14   Eintritt: 14 €/9 €
Performance • Deutschlandpremiere

Ich habe Lust an vielen Orten gefunden: in einer Transbar in Montreal, bei einem Manhattan Vogue Ball, in den Strip Clubs von Portland und auf Fetish Parties in Berlin. Jeder Ort ermöglichte mir die Flucht vor gesellschaftlichen Normen, doch stieß ich immer auch auf restriktive Hausregeln. In „The Principle of Pleasure“ benutze ich das Theater als Raum, der Grenzen verschwimmen lässt, um mein erstes wahres Vergnügen zu teilen: das Tanzen auf Janet Jacksons verführerische Songs. Voguend und strippend, das Exzentrische preisend, verkörpere ich den Glamour und öffne den Tanzfloor, um die umstrittene Kraft der Lust spürbar werden zu lassen. Gemeinsam bringen wir die Grenzen zwischen Zuschauer und Performer zum Verschwinden und finden in und um uns Ekstase.

Konzept, Choreografie, Performance, Prelude Remix: Gerard Reyes | Originalkomposition, Remix: Devon Bate | “Control” Remix: Ty Harper | Lichtdesign: Karine Gauthier | Lichtdesign Berlin: Andreas Harder | Kostüm: Vincent Tiley, Leigh Gallim | Make-Up: Jasmin Goldstein | Helmdesign: Persona non grata | Koproduziert durch Canada Council for the Arts. Partner: Le Conseil des Arts et des Lettres du Québec, New York State Council on the Arts und die Vertretung der Regierung von Québec

Judith Sânchez Ruí: Trisha Brown Repertoire Intensive
Fr 22.7.   18:00   Uferstudio 14   Eintritt frei
Workshopshowing

Die Choreografin und Tänzerin Judith Sânchez Ruíz ist ehemalige Tänzerin der Trisha Brown Dance Company (2006-2009) und unterrichtete einen Workshop zu Trisha Browns Meisterwerk „Set and Reset“. In der bahnbrechenden Arbeit schafft eine bestimmte Technik wie ein Regelwerk Struktur. Es ist ein körperlicher Recherchezustand, eine Kombination aus Muskelerinnerung, individueller Recherche und Gruppenprojekt, Körperausdruck, der Beziehung zu Zeit, Vertrautheit und choreografischen Entscheidungen aus dem vorgegebenen Vokabular. Eine Gruppe fortgeschrittener Tänzer hat sich die Repertoirephrasen angeeignet und gelernt, sie in einem Impro-Setting einzusetzen. Nach einer kurzen Einführung werden die Ergebnisse dieses Arbeitsprozesses gezeigt.

Leitung: Judith Sânchez Ruíz | Mit Teilnehmern des Workshops

Time to Meet: Kate McIntosh
Fr  22.7.   19:00   Uferstudio 4   Eintritt frei
Open Studio

Kate McIntosh entwickelt Seite an Seite von Arantxa Martinez und Josh Rutter ihr neues Projekt. Noch ist die Arbeit mitten im Prozess! Tauchen Sie mit ein ins Chaos des ungeschliffenen Arbeitsmaterials! Im Gespräch danach ist jede Anregung willkommen. Die neuseeländische Künstlerin Kate McIntosh lebt in Brüssel. Ihre Arbeit spielt sich zwischen den Grenzen von Performance, Theater und Installation ab. Mit Humor, Neugier und Wissenschaft bewegt sie Themen zur physischen und persönlichen Metamorphose. Kate McIntosh interessiert sich für Gegensätze, wie das Kollektive und Individuelle, Zerstörung und Kreation, Vernunft und Magie.

Ein Projekt von Kate McIntosh | Performance:  Arantxa Martinez, Kate McIntosh, Josh Rutter | Sound:  John Avery | Künstlerische Beratung:  Dries Douibi | Produktionsleitung:  Sarah Parolin, Linda Sepp | Produziert von  SPIN | Eine Produktion von Kate McIntosh, in Koproduktion mit PACT Zollverein, Kaaitheater, Vooruit Kunstencentrum, Buda  Kunstencentrum,  Parc de la Villette, Schauspiel Leipzig, BIT Teatergarasjen, Far° Festival Des Arts Vivants, House on Fire Network und Open Latitudes Network, mit freundlicher Unterstützung durch Pianofabriek und Tanzfabrik Berlin.

Claire Cunningham & Jess Curtis: The Way You Look (At Me) Tonight
Fr 22.7.   20:30   Uferstudio 2   Eintritt: 9€/5 €
Ausschnitte aus der Performance

Jess Curtis und Claire Cunningham erforschen die Rolle von Bewegung und Empfindungsdynamiken in der Wahrnehmung und Darstellung von Andersartigkeit. Es ist ein Tanz, ein Lied, eine Geschichte, eine Skulptur, ein Spiel, ein Kampf und eine Reise, die es zu sehen, fühlen, hören, lesen, besingen, besprechen, betrachten und gut (oder eben nicht gut) zu heißen gilt. Die schottische Performerin und Choreografin Claire Cunningham und der Künstlerische Leiter von Gravity Jess Curtis kollaborieren dafür mit dem renommierten Wahrnehmungsphilosophen Alva Noë. Das Sharing zeigt eine fortgeschrittene Recherche für ein abendfüllendes Duett, das am 2. November Premiere in der Tanzfabrik feiert. Ein Gespräch mit Alva Noë findet am 14. Juli statt.

Eine Produktion von Jess Curtis/ Gravity, Claire Cunningham und Tramway Glasgow mit freundlicher Unterstützung vom Fonds Darstellende Künste e.V. und der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten (Kofinanzierungsfonds); Unlimited mit Mitteln von Creative Scotland; New England Foundation for the Arts/ National Dance Project, Kenneth Rainin Foundation und San Francisco Arts Commission.

Frédéric Gies: Technosomatics
So 24. 7.   18:00   Uferstudio 14   Eintritt frei
Workshopshowing

Dieses Showing ist eine Einladung, mehr über Technosomatics herauszufinden. Es ist ein Training, das aus der kollektiven und individuellen Erkundung des Zusammenspiels von Hormonsystem und Tanz beim Club-Dancing zu Techno besteht. In dem Workshop wird mit geschlossenen Augen in einem dunklen Raum getanzt. Trainiert werden kann aus Lust und Laune ebenso wie vor einem Publikum, das Zeuge des Tanzes und der sich entfaltenden Choreografie wird, die sich selbst schreibt und wieder verschwindet.

Mit den Teilnehmern des Workshops „Technosomatics“.

ORT: Tanzfabrik Wedding • Uferstr. 8/23 • 13357 Berlin • U-Bhf Pankstraße
TICKETS: organisation@tanzfabrik-berlin.de oder 030 20059270
PREIS: 14 € / ermäßigt 9 €