Open Spaces 3/ 2016

Eine Veranstaltungsreihe der Tanzfabrik Berlin von 29. Oktober bis 7. November 2016The way you look (at me) tonight |by www.hagolani

mit vier Uraufführungen von Felix M. Ott, Claire Cunningham und Jess Curtis, Enrico Ticconi und Christina Ciupke, einem Abschlussball mit deufert & plischke, einem Showing von Reza Mirabi, einer Videoinstallation von Janine Iten und vielen offenen Runden zum Austausch im Anschluss an die Vorstellungen

Zeitgenössischer Tanz meint mehr als eine Verbindung von Musik und Tanz im Raum. Er ist vielseitig, facettenreich und eine Art der Forschung, die aktuelle Fragen aus ungewohnter Perspektive beleuchtet. Zunehmend übernimmt der Tanz eine gesellschaftliche Rolle und wirbt für mehr Akzeptanz von ästhetischen oder sozialen Differenzen. Mit Open Spaces bietet die Tanzfabrik Berlin wie gewohnt auch im November wieder die Gelegenheit, unterschiedliche künstlerische Ansätze und Blicke auf den Tanz kennenzulernen.

 

Felix M. Ott, Dmitry Paranyushkin, Diego Agulló
MEDITATION ON NON DESTRUCTION
Performance · Uraufführung    Sa 29.10.-
Di 1.11.   20:30   Uferstudio 5   Eintritt: 14 €/9 €    

„Meditation On  Non Destruction“ ist ein kollektiver Forschungsprozess über Konflikte und parallele Realitäten. Darin lenken die Künstler den Blick auf die Prinzipien von Überlebenskampftechniken in realen Kampf- und Kriegssituationen, die speziell für Ausdauer, Effektivität und das Umleiten von Aggressionen entwickelt wurden. Die Live-Performance ist eine choreografische Situation in einer Serie von physischen, somatischen und psychischen Begegnungen. Die dadurch entstehenden Spannungen können in performative Systeme kanalisiert werden. Das Publikum ist eingeladen, parallele Bedeutungen einer simulierten Realität zu aktivieren.  Dies geschieht durch einZerlegen der Umgebung, endlose Körperlichkeit, unterbrochene Dynamiken und die Ästhetik der Konfrontation.

Externes Auge: Felix Mathias Ott | Internes Auge: Dmitry Paranyushkin, Emily Ranford, Bahar Temiz, NSDOS | Drittes Auge: Diego Agulló | Produktion: Felix M. Ott | In Koproduktion mit der Tanzfabrik Berlin, BIT Teatergarasjen Bergen, gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und im Rahmen von apap – Performing Europe 2016-2020.

Claire Cunningham, Jess Curtis
THE WAY YOU LOOK ( AT ME) TONIGHT
Performance · Deutschlandpremiere   Mi 2.- So 6.11.   20:30   Uferstudio 14   Eintritt: 14 €/9 €   auf Englisch  

Wie sehen wir einander an? Wie erlauben wir uns gesehen zu werden? Wie bestimmen unsere Körper die Art, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen? Können wir lernen über Grenzen der Andersartigkeit hinwegzusehen?

Das Stück ist eine soziale Skulptur – eine sinnliche Reise für zwei Performer und Publikum. Tanzend, singend und Geschichten erzählend verbinden Jess Curtis und Claire Cunningham Performance, Musik und Videokunst, um mit wichtigen Fragestellungen zu ringen (was durchaus auch wörtlich gemeint ist), die sich mit Gewohnheiten und Bräuchen auseinandersetzen, die Welt und einander wahrzunehmen.

Gebärdensprache und Audiobeschreibung, Termin siehe Webseite

Von und mit Jess Curtis, Claire Cunningham | Philosophische Beratung:  Dr. Alva Noë | Dramaturgie: Luke Pell | Komposition: Matthias Herrmann | Video: Yoann Trellu | Ausstattung: Michiel Keuper | Lichtdesign: Chris Copland | Produktion: Jess Curtis/Gravity, Claire Cunningham | Unterstützt von Unlimited mit Mitteln von Creative Scotland, Tramway Glasgow, New England Foundation for the Arts, San Francisco Arts Commission, The Kenneth Rainin Foundation, The California Arts Council, Fonds Darstellende Künste e.V., Kofinanzierungsfonds der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten.

 

deufert&plischke
JUST IN TIME / BERLIN
Ein TANZFONDS ERBE Projekt · Abschlussball     Fr 4.11.   17:00 -19:30   Bibliothek am Luisenbad*   Eintritt frei

Vier Monate lang haben deufert&plischke Briefe gesammelt, die Berliner dem Tanz geschrieben haben. Sie erzählen ihm in diesen Briefen von unterschiedlichen persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen. Zu jedem Brief wurde auch eine Lieblingsbewegung notiert in Form einer Zeichnung oder eines kurzen Textes. Diese mehr als 200 Lieblingsbewegungen bilden nun die choreografische Grundlage für ein gemeinsam getanztes Fest. Ein Abschlussball für die Berliner Fassung des Projekts „Just in Time“, der live am Klavier von Alain Franco mit seinem ganz eigenen persönlichen musikalischen Brief an den Tanz begleitet wird.

Konzept, Realisation: deufert&plischke | Mit: Julian Barnett, Wanda Golonka, Miriam Jakob, Roni Katz, Omer Krieger, Lee Meir, Janet Panetta, Valda Setterfield, Kareth Schaffer, Arkadi Zaides | Musik: Alain Franco | Ausstattung: Valentina Primavera | Produktionsleitung: Luisa Grass, Annett Hardegen | Gefördert von TANZFONDS ERBE – eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Koproduziert vom Goethe Institut.

* Puttensaal der Bibliothek am Luisenbad, Travemünder Str. 2/Ecke Badstraße, 13357 Berlin

Enrico Ticconi, Ginevra Panzetti
LE JARDIN
Performance · Uraufführung   Sa 5. + So 6.11.   18:00   Uferstudio 1   Eintritt: 14 €/9 €

Gärten gelten bis heute als ideale Orte. Sie sind ein Symbol der Freude und der Harmonie zwischen Mensch und Natur. Während wir die Gärten gestalten, kulminiert unsere Sehnsucht nach dem Schönsten und Üppigsten, dem Glückseligen und Friedvollen besonders in der nostalgischen Erinnerung an den Garten Eden. Zugleich aber sind Gärten auch der Ausdruck ebenso vollkommener wie anthropozentrischer Überformung der Natur. In „Le Jardin“ wandern zwei Figuren durch eine Landschaft, die sich mit ihrer Gestik beständig verändert. Sie verwandeln ihre Umgebung und begeben sich damit auf eine Kraftprobe mit sich selbst und dem Raum.

Choreografie, Konzept, Performance, Kostüm: Ginevra Panzetti & Enrico Ticconi | Sound: Demetrio Castellucci | Bühne & Licht: Vìctor Fernàndez De Tejada Pequeño | Dramaturgie: Thomas Schaupp | Mit freundlicher Unterstützung durch die Einstiegsförderung der Berliner Senatskanzlei  – Kulturelle Angelegenheiten, Tanzfabrik Berlin, PACT Zollverein Essen, Teatro Comandini/Osservatorio Cesena und Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz (HZT) Berlin.

Christina Ciupke, Igor Dobričić, Boris Hauf
ASSEMBLING THE OBJECT OF DISCOMFORT
Performance · Uraufführung  Sa 5.-
Mo 7.11.   19:00   Uferstudio 5   Eintritt: 14 €/9 €  

Über die Dauer der Performance geht die Stofflichkeit von Raum, Klang und Bewegung eine wechselseitige Verbindung ein und verdichtet sich zu einem (dreidimensionalen) Objekt. Es entsteht ein Schauplatz dieses Zusammenfügens und der allmählichen Transformation. Während das Objekt durch die Akkumulation von Aktionen nach und nach seine Form erhält, entzieht es sich gleichzeitig dem unmittelbaren Zugriff der Interpretation, was dem Gefüge etwas Ungreifbares und Rätselhaftes gibt. Wenn Unbehagen in Situationen auftritt, die wir nicht auf Anhieb verstehen, kann diese Arbeit eine gemeinsame Übung sein, Sinn in solch einem Unbehagen zu finden.

Performance, Bühne, Sound: Christina Ciupke, Igor Dobricic, Boris Hauf, Mehdi Toutain-Lopez | Produktionsleitung, PR: Barbara Greiner | Eine Produktion von Christina Ciupke in Koproduktion mit der Tanzfabrik Berlin, gefördert durch die Basisförderung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, den Ko-finanzierungsfonds der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten und im Rahmen von apap – Performing Europe 2016-2020, kofinanziert durch das Creative Europe Programme der EU.

Reza Mirabi
MATRYONA PRINCIPAL
Showing   Mo 7.11.  
18:00   Uferstudio 4   Eintritt frei

Der Choreograf Reza Mirabi und die bildende Künstlerin Madison Bycroft kommen zusammen, um das Verhältnis zwischen verschiedenen Ritualen in einer interdisziplinären Begegnung, genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Theater rahmt einen Filmshoot, der wiederum die Voraussetzung für eine techno-schamanische Trance bildet. Der Fokus liegt nicht auf den Ritualen selbst, sondern auf den Beziehungen zwischen ihnen. Wie beeinflusst ein Ritual das andere? Die Instabilität zwischen einer Verbindung der Unendlichkeit mit dem Augenblick und deren Auswechselbarkeit wird untersucht. Was geschieht mit dem Rahmen, wenn ein Gefühl der Unendlichkeit überragt? Das Ritual wird zum #spektakel und das Spektakel zum #ritual.

Konzept: Reza Mirabi |  Visuals: Madison Bycroft | Sound: Mohit Maini | Dance: Nikima Jagudajev, Nico Roses Ponce, Maryanna Lachman, Casper-Malte Augusta

Janine Iten
OSCILLATING SKY
Videoinstallation  Mo 31.10.  
19:00   Vernissage  | Mo 31.10. – So 6.11.   ab 18:00 | Uferstudio 13   Eintritt frei

Die Videoinstallation „Oscillating Sky“ von Janine Iten spielt mit Spiegeleffekten. Spiegel werfen Licht zurück in den Raum. Sie werfen eine Illusionzurück in den Raum, ein visuelles Feedback. Spiegeleffekte spielen mit unserer Wahrnehmung. Illusionen haben das Potential, Vorstellungen von unserer Raum-Zeit-Wahrnehmung in Frage zu stellen. In diesem Fall liegt der Fokus auf der Frage, wie der Raum aufgebrochen und redefiniert werden kann. Es gilt eine einfache räumliche Verwirrung der Wahrnehmung zu erreichen, indem beim Aufblicken, eine beständige Pendelbewegung zu sehen ist, die unten am Boden, den Himmel reflektiert.

Eine Videoinstallation von Janine Iten, entwickelt während des Studiums am HZT | Kamera, Schnitt: Janine Iten | Text: Wikipedia gelesen von Jenna fromtexttospeech.com

ORT: Tanzfabrik Wedding • Uferstr. 8/23 • 13357 Berlin • U-Bhf Pankstraße
TICKETS: organisation@tanzfabrik-berlin.de oder 030 20059270
PREIS: 14 € / ermäßigt 9 €