10 Jahre Vierte Welt

Ein Raum im Widerstand blickt zurück und nach vorne

Die Vierte Welt etablierte sich in den zehn Jahren seit ihrer Gründung als widerständiger Kunstraum zwischen Politik und Philosophie, Ästhetik und Debatten am Kottbusser Tor.

Die beiden Gründer Dirk Cieslak und Annett Hardegen schufen einen Ort der Begegnung, der jenseits hierarchischer Strukturen von etablierten Theatern, ein neues Denken und gemeinsames Arbeiten von unterschiedlichen Künsten und Künstler*innen ermöglicht. Der Raum entwickelte sich zu einem Denk- und Lernraum, der sich auf allen Ebenen den üblichen Gewohnheiten des Kulturbetriebs entzieht:

Der althergebrachten Idee eines „abgeschlossenen künstlerischen Werks“ begegnet die Vierte Welt ganz bewusst mit Unfertigem, das ausdrücklich willkommen ist. Im Mittelpunkt steht stattdessen das gemeinsame Gespräch zwischen und mit Publikum und Künstler*innen.
Zahlreiche oft internationale Autoren, Bildende Künstler-, Bühnenbildner-, Choreografen, Musiker und Soundkünstler-, Performer, Philosophen-, Regisseure-, Tänzer- und Videokünstler entwickeln hier experimentelle Ästhetiken und komplexe Diskursformate. Ein herausfordernder Ort, der sich unermüdlich mit der Mechanik neoliberaler Politik und Ökonomie beschäftigt und Machtstrukturen und Repräsentation hinterfragt.

Selbst der Bühnenraum der Vierten Welt ist untypisch und eckt selbstbewusst an: die Sicht wird von zahlreichen Säulen aus nahezu jeder Position verstellt, große Fenster von allen Seiten ermöglichen den Kontakt mit der meist hörbaren Außenwelt, die Bar gleicht der einer studentischen Wohnküche und von den Decken hängen Kabel.

Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?

Die Vierte Welt feiert ihr zehnjähriges Bestehen mit Arbeiten zahlreicher assoziierter Künstler- und Akteuer*innen aus dem ständig wachsenden Netzwerk. Ihre Arbeiten reflektieren die Frage der Re/Präsentation auch im Hinblick auf Arbeitsprozesse und Verteilungsverhältnisse. Sie sind divers im künstlerischen Ausdruck: vom Screening eines Kinofilms zur Video-Installation, vom Konzert mit Film über die Performance bis hin zu Lyrik, Lesung oder Diskurs.

Jede einzelne Veranstaltung ist eine besondere Auseinandersetzung mit dem*r Künstler*in. Denn alle Arbeiten sind Ausdruck der Frage nach dem „Wer bin ich jetzt?“. Sie sind ein Nachdenken darüber und ein Erinnern daran, was unser künstlerischer Impuls ist und wo wir herkommen, um nicht zu bleiben wer wir sind.

Das Programm

Im Juni 2021 wird (aus Gründen der Pandemie) mit Live-Streamings eröffnet
3./4.06., 16 bzw. 18
Uhr „Dissolving Our Market Value“ (Workshop und Diskussionsreihe, konzipiert von Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding) jeweils 90 Min.
11./12.6., 18 Uhr „Abschied auf Raten“ Ren Saibara (Live-Performance) 30 Min
16.6., 20 Uhr „The Story behind the song” Jakob Dobers + Marcus Reinhardt (Musik/Lesung) 60Min
25./26.6., 20 Uhr „Block IV Nuovo Corviale #1: Morgen könnte alles anders sein“ Dirk Cieslak, Annett Hardegen, Valentina Primavera, Federico Neri  | mit Marcus Reinhardt (s/w Film) 35 Min | im Anschluss Publikumsgespräch mit Dirk Cieslak & Federico Neri
22.6., 20 Uhr „gesellschaften spezial/Chor-Denken extra“ Von Sebastian Kirsch und Dirk Cieslak (Diskurs/Reihe)

Im Juli 2021*
8./9./ 17./18.7., 20.30 Uhr
„mach mir Angst! Komm näher“ Annett Hardegen (Live-Performance) 70Min
13.-18. 7., 16-21 Uhr  „Hecht“ Julia Krause, Lysann Buschbeck (Installation vor Ort)*
15.7., 20Uhr „gesellschaften spezial/Chor-Denken extra“ Von Sebastian Kirsch und Dirk Cieslak (Diskurs/Reihe)

September live und vor Ort draußen*
konkrete Infos erst ab Spätsommer auf der Webseite
Kraus (Konzert)

11. – 17. 2021 Oktober live und vor Ort*
artiCHOKE (Lyrik/Lesung/Reihe)
Anonyme Anwohnende (mehrtägige Installation)
„Pop und Propaganda“ Marcus Reinhardt mit Gast (Gespräch/Musik) 90 Min
„Es ist nichts“ Elisa Müller, (Performance) 60 Min
„Una Primavera“ Valentina Primavera, (Film) 80 Min
„gesellschaften spezial/Chor-Denken extra“ Von Sebastian Kirsch und Dirk Cieslak (Diskurs/Reihe)

22. November bis 17. Dezember 2021 live und vor Ort*konkrete Infos erst ab Spätsommer auf der Webseite“Everybody has their own agenda” (Performance) Anh Trieu
“Cracks” (Performance) Malte Scholz
“The end is not an option” (Tanz/Performance) Roni Katz, Manon Parent, Xenia Tango, Annegret Schalke, Lisa Densem und Maya Weinberg
„Pop & Propaganda, Weihnachtsedition” Marcus Reinhardt mit Gast (Gespräch Musik)
„Dissolving Our Market Value 2“ (Workshop und Diskussionsreihe, konzipiert von Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding) jeweils 90 Min.

Januar 2022 – live und vor Ort*
„Block IV – Nuovo Corviale#2: Morgen könnte alles anders sein“ Dirk Cieslak, Annett Hardegen, Valentina Primavera, Federico Neri (Video-Sound-Installation)
* nur sofern die Pandemie es zulässt

Ort                                   Neues Zentrum Kreuzberg | Galerie 1. OG | Kottbusser Tor | Adalbertstr. 96
Ticketpreise                     Streamings im Juni – kostenfrei
                                         Veranstaltungen ab Herbst 11€ |7€ | 3€
Tickets unter                    karten@viertewelt.de |
Informationen                 www.viertewelt.de

Kein Festival findet im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt statt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.