Fortschritt Karibik

performative Perspektivwechsel in Richtung Paradies Hochformat

Premiere 18. September 2014, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 19. und 20. September und 23.- 25. Oktober 2014 jeweils 20 Uhr
Performances, Filme, Diskussion und Ausstellung in der Vierten Welt

Die internationale Gemeinschaft tummelt sich auf dem Inselparadies. Unter ihnen zwei müde Entwicklungshelfer. Sie warten auf ihren Einsatz. Doch nichts geschieht. Noch immer liegt die Hauptstadt in Trümmern. Der naive Glaube an die humanitäre Mission weicht leidenschaftlicher Kritik an der Hilfsindustrie und schlägt um in Zynismus. Das alteuropäische Subjekt verzweifelt an den in ihm aufsteigenden Ressentiments. Zur selben Zeit eröffnet das Frantz Fanon Institute eine Dependance in der Vierten Welt. Um den tragikomischen Konflikt postkolonialer Realität der Europäer aufzulösen, erinnert das Institut in hölderlinschen Rhythmen an die revolutionären Kämpfe aus der Inselchronik. An der Bar wird über die Kunst der Regierung gestritten. Das Personal ist unberechenbar.

Christoph M. Gosepath inszeniert ein politisches Delirium. Der erste Teil seiner Trilogie #paradies#karibik über den karibischen Kulturraum mündete in einer Katastrophe. Im zweiten Teil #progress#karibik beginnen zwei Schauspieler mit Aufräumarbeiten. Berauscht von den Stimmen seiner hippen Brüder und Schwestern vertreibt Dirk Cieslak die bösen Ahnen in der CANTINA section four.

Für Fortschritt Karibik arbeiten die Regisseure Dirk Cieslak und Christoph M. Gosepath erstmals zusammen. Ihre Perspektive von Berlin aus auf die Antillen ist sich des eingefleischten Eurozentrismus bewusst, setzt sich ihm aus und besteht auf der Hoffnung auf einen Raum jenseits von Ideologie und Politik. Fortschritt Karibik sucht eine Begegnung zwischen ungleichen Partnern, die sich nicht in der Spannung von Konfrontation und Integration misst.

In einer Kunstaktion vor den Performances stellt der Haitianische Künstler Jean Ulrick Désert den Zuschaueren „Create caribbean community and diaspora“-Pässe aus. Die Aktion fokussiert die Grenzen nationaler Privilegien und internationaler Solidarität. Jean Ulrick Désert arbeitet mit unterschiedlichsten Medien als bildender Künstler. www.jeanulrickdesert.com

Neben den Performances sind Film und Diskurs-Veranstaltungen  geplant, die sich mit der Karibik und der Frage nach möglichen Begegnungsräumen beschäftigen. www.viertewelt.de

#progress#karibik | club tipping point/ Christoph M. Gosepath
mit
Sebastian Becker und Benjamin Kramme | Text Robert Schmidt

CANTINA section four |Lubricat/ Dirk Cieslak
mit
Tamara Saphir, Tatiana Saphir und Steve Régis “Kovo” N´Sondé

Dramaturgie Kris Merken | Ausstattung primavera°maas | Video-/Sounddesign Miriam Akkermann |
Sprachen: deutsch, englisch, französisch, spanisch

Vierte Welt | Neues Zentrum Kreuzberg | Galerie 1. OG | Kottbusser Tor | Adalbertstr. 96
Preise:  13€ |3€ | 7 Tickets unter karten@viertewelt.de oder 0157-88440941

Fortschritt Karibik ist eine Kollaboration von Lubricat und club tipping point gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und durch die Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e.V. aus Mitteln des Bundes.