Theater o.N. beendet die Arbeit im Kollwitzkiez

Ein Abschied nach (fast) 50 Jahren

Das Theater o.N. verabschiedet sich im Februar und März 2026 von seinem Publikum in der Kollwitzstraße. Nach 46 Jahren im Kiez verlässt das Ensemble die langjährige Spielstätte. Der innovative Kulturort prägte die Nachbarschaft mit seinen Inszenierungen für Kinder von 0 bis 12 Jahren und für Erwachsene.

Unser Herz schlägt für das allerjüngste Publikum

Um den Abschied des Theaters im Kiez zu feiern, werden in den letzten zwei Monaten neben vier Wiederaufnahmen von Inszenierungen für Kinder auch eine Inszenierung für Erwachsene zu sehen sein, die dem Ensemble besonders am Herzen liegt. Zwei Filmabende präsentieren längst abgespielte Inszenierungen aus früheren Zeiten und erinnern an die lange Geschichte des Theaters. Zum Abschluss singt das Ensemble – alle! Spieler*innen, Leitung und Büroteam – noch einmal eine Auswahl von Liedern, die seit dem Einzug in der Kollwitzstraße in der ein oder anderen Inszenierung erklungen sind. Es wird noch einmal lustig und schräg, bevor am Ende die letzte Kerze auf der Bühne ausgepustet wird und die Türen des Theaters in der Kollwitzstraße 53 für immer schließen.

Das Theater blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1979/80 als Theater Zinnober gegründet, war es das erste und lange Zeit einzige freie Theater der DDR. In kollektiver Arbeitsweise entwickelten Künstler*innen wegweisende Inszenierungen wie „traumhaft“ (1985) oder „Die Bremer Stadtmusikanten“ (1986). Nach dem Mauerfall musste das Ensemble aufgrund steigender Mietpreise den Ort wechseln und zog von der Knaack in die Kollwitzstraße, wo 1996 das Theater o.N. mit neuem Namen eröffnete. In den folgenden Jahren erhielt das Theater o.N. zahlreiche Preise für seine Arbeit: Der Georg Tabori Förderpreis (2014) sowie Ikaruspreise (für Dschinniya von Minouche Petrusch und Flip Flop) und Einladungen zum Augenblick mal! – dem Festival des Theaters für junges Publikum – für das Tanzstück Harvest von Isabelle Schad und die performativen Experimente Klanquadrat und Schnürchen bezeugen die Kreativität und Innovationskraft der Inszenierungen im Theater o.N. entwickelt werden. Im März 2026 fällt nun der Vorhang.

Ein halbes Jahr später gehen im September 2026 dann die Türen etwas weiter im Norden wieder auf. Gefeiert wird dann ein fröhlicher Einstand in der Fröbelkapelle (Fröbelstraße 17), wo das Team des o.N. erneut an den Start geht, um weiter Theater für Kinder und Erwachsene zu spielen.

Abschieds – Spielplan Februar/März 2026 für die Kollwitzstraße

FEBRUAR 26

13. – 15.                            10/16 Uhr           Baobab (ab 2)
18.                                       19 Uhr                 Kultureller Salon Archiv
22.-25.                             10/16 Uhr           Woanders ist nur ein bisschen weiter (ab 5)

MÄRZ 26

6.-8.                                   20/18 Uhr           So much pain (für Erwachsene)
13.-16.                                10/16 Uhr           Ein Fest für die 13. Fee (ab 6)
21.-23.                                10/16 Uhr           Klangquadrat (ab 2)
21.-22.                                20 Uhr                 Filmabend (Nichts als die Wahrheit/traumhaft & Wachträume)
27./28.                                20 Uhr                  Abschiedsfest Und kam ich wieder zu singen.
ORT                                    Theater o.N., Kollwitzstraße 53, 10405 Berlin
PREIS                                 Kinder*: 6,50 € | Erw.: 12,- € | Ermäßigt: 8,- €
TICKETS & INFOS        www.theater-on.de / 030 – 4409214 /
TICKETSHOP                 https://www.theater-on.de/ticketshop/

Das Theater o.N. ist gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Baobab wurde gefördert vom Hauptstadtkulturfonds. So much pain und Klangquadrat wurden gefördert vom Fonds Darstellende Künste. Einzelne Vorstellungen wurden kofinanziert durch das Programm „Fair P(l)ay“ der ASSITEJ Deutschland.