Eine künstlerisch forschende Erinnerungsreise mit Schüler*innen
Das Theater o.N. erkundet gemeinsam mit Schüler*innen das Areal um seine neue Wirkungsstätte in der Fröbelkapelle und untersucht Spuren aus den Zeiten vor dem Mauerfall. Das künstlerische Forschungsprojekt fokussiert dazu auf vier Orte im Umkreis, erzählt ihre Geschichten und macht sich Gedanken über das Leben während und nach der Diktatur.
Was darf ich sagen?
Im ersten Jahr beschäftigen sich Schüler*innen der Gustave-Eiffel-Schule und der Grundschule am Planetarium mit dem Ernst-Thälmann-Denkmal und dem darum gelegenen Park, der Mitte der 80er- Jahre entstand. Dem DDR-Vorzeigeprojekt mussten drei Gasometer weichen. Der Protest dagegen wurde sehr früh mit drastischen Mitteln erstickt.
Im zweiten Jahr tauchen die Schüler*innen ein in die Geschichte des Kellers im Haus 3 auf dem Fröbelgelände, wo zunächst der sowjetische Geheimdienst wirkte, bevor das Ministerium für Staatssicherheit die Räumlichkeiten nutzte. Parallel dazu erforscht eine zweite Gruppe die Gründung des unabhängigen Frauenverbundes sowie des Frauenzentrums EWA auf der legendären Frauenversammlung in der Berliner Volksbühne im Dezember 1989 und vollzieht die politische Bedeutung des Ortes nach der Wende nach.
Mit welchen Strafen muss ich rechnen?
Der thematische Einstieg in die Forschungsreise wird durch Zeitzeug*innen angestoßen, die durch ihre Biografie mit dem jeweiligen Ort verbunden sind und den Prozess der Jugendlichen immer wieder begleiten. Die Schüler*innen finden eine für sie relevante Frage rund um das Schwerpunktthema, wühlen sich durch Archive und nehmen Kontakt zu Zeitzeug*innen und Wissenschaftler*innen auf. Dabei können sie auch Bezüge zu ihrer eigenen Biografie, Migrations- oder Familiengeschichte aufnehmen. Unter Anleitung von einem künstlerischen Team verdichten sie in einem Prozess der Auswahl und Einordnung die gewonnenen Dokumente und Geschichten schließlich zu einem künstlerischen Produkt, das zum Sommer öffentlich gezeigt wird. Dabei tauchen die Jugendlichen tiefer in die Vergangenheit ein, als konventioneller Geschichtsunterricht es in der Schule leisten könnte.
Das Theater o.N. bezieht im September 2026 die Fröbelkapelle und nähert sich mit diesem Projekt in Zusammenarbeit mit den Schulen dem neuen Umfeld künstlerisch an.
Cindy Ehrlichmann leitet die partizipativen Theaterprojekte des Theater o.N., die häufig in Kooperation mit Schulen stattfinden. Die für die Jugendlichen freiwilligen Projekte bieten Freiräume, eigenen künstlerischen Impulsen nachzugehen und vertiefen politische wie gesellschaftliche Themen auf kreative Weise. Im Fokus von (un)erhört steht die intensive Auseinandersetzung mit Demokratie und Diktatur, den dahinterstehenden Werten und Funktionsweisen, die im Rahmen der Künstlerischen Forschung erkundet, eingeordnet und nachvollzogen werden können.
Künstlerische Leitung Cindy Ehrlichmann Theaterpädagogik Pauri Röwert, Jelena Bosanac, Sofie Hüsler, Steffi Sembdner Video Insa Langhorst Grafik Paula Franke Dramaturgie Dagmar Domrös Projektleitung Kata Kovács
Zeitverlauf
Projektbeginn Mitte Februar 26 (bzw. September 26)
Recherchephase bis Juni 26 (bzw. 27)
Präsentation Anfang Juli im Ernst Thälmann Park
Infos https://www.theater-on.de/partizipative-projekte/
https://www.theater-on.de/umzug-froebelkapelle/
Das Theater o.N. ist gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. (un)erhört ist ein Projekt des Theaters o.N. gefördert von dem Bundesprogramm „Jugend erinnert“, Förderlinie SED-Unrecht, des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.