Ein Schauspiel über das Zurückfinden ins Leben nach der Shoah
Das Theater-Recherche-Kollektiv Vajswerk widmet sich in einer Befragung biografischer Dokumente dem Leben von Lotte (*1898 – †1993) und Käte (*1900 – †1965) Laserstein. Dabei beschäftigt das Ensemble, welche Entscheidungen und Fragen die im Holocaust Verfolgten bewegen, wenn sie nach Wegen suchen, wieder ins Leben zurückzufinden.
Du! Ich kenn dich doch! Du bist doch die Jüdin Laserstein!
Dazu hat der Historiker und Regisseur Christian Tietz in Kooperation mit der Laserstein-Biografin Anna Carola Krausse einen dramatischen Text entwickelt, der Briefe, Tagebucheinträge, Bilder und andere Dokumente der Zeit für die Bühne verdichtet. Mit dem Berufsverbot, der Chance zur Emigration nach Schweden für Lotte und dem Leben im Untergrund, das Käte in der NS-Zeit zu führen gezwungen war, kamen die Biografien der beiden aufstrebenden Frauen auf ganz unterschiedliche Weise aus dem Lot.
Es war nach Lage der Dinge klar, dass mein Schicksal damit besiegelt sein musste. Daher verließ ich am nächsten Morgen, 14. Juli 1942 meine Wohnung und wurde illegal. Käte Laserstein
Lotte Laserstein war eine Malerin, die in den 20er Jahren ihre ersten Erfolge feierte. Während sie die Möglichkeit nutzte, dank einer Einladung mitsamt eines Großteils ihrer Bilder 1937 nach Schweden zu emigrieren, erlebte ihre Schwester, die promovierte Germanistin Käte Laserstein, die Deportation ihrer Mutter aus der gemeinsamen Wohnung. Lotte entschied sich 1955 in Schweden ein Sommerhäuschen zu kaufen, während es Käte nach dem Krieg unmöglich war, sich in Schweden heimisch zu fühlen und im gleichen Jahr beschloss, in die Steglitzer Wohnung am Immenweg zurückzukehren.
Schweden ist schön, die Menschen freundlich, aber bei allem Mitgefühl doch unberührt. Niemand kann es voll mitfühlen und selbst ich, was weiß ich! Lotte Laserstein
Vajswerk hat sich 2015 gegründet und beschäftigt sich seit 2018 in mehreren Inszenierungen bereits mit unterschiedlichen Aspekten der Biografien der beiden Frauen. Jede Aufführung schließt mit einem Publikumsgespräch, das die Zuschauer*innen einlädt, sich über die Geschichte und den Rechercheprozess auszutauschen und den Austausch bzw. das Nachklingen der Inszenierung in den Mittelpunkt der Arbeit stellt.
Vajswerk entwickelt Theaterstücke meist im Tandem, bei dem Historiker*innen Schauspieler*innen zur Seite stehen. Die Inszenierungen beschäftigen sich mit unterschiedlichsten Themen der jüngeren deutschen Geschichte. Aus der Recherche, die sich aus historischen Quellen und Darstellungen speist, entsteht ein verdichteter Text, der Zeitgeschehen reflektiert und erfahrbar werden lässt. Dabei sind die Darsteller*innen nie nur Spieler*innen, sondern durch ihre eigene Beteiligung an der Recherche auf besondere Weise mit dem Thema vertraut.
Premiere 27. November 2026, 19 Uhr
Vorstellungen 2. und 5. Dezember, 19 Uhr
Ort Haus der Jugend
Argentinische Allee 28, Berlin 14163
Dauer ca. 90 Minuten + Publikumsgespräch
Schulvorstellungen 30. November 2026, 9 + 12 Uhr
1. Dezember, 9 + 12 Uhr
Ort Evangelische Markusgemeinde
Albrechtstr. 81A, 12167 Berlin
Dauer ca. 60 Minuten + Publikumsgespräch
TICKETS kostenfrei
Anmeldung über info@vajswerk.de
MEHR INFOS https://vajswerk.de/projekte/dein-platz-in-der-welt/
Von und mit Charlotta Bjelfvenstam, Laura Mitzkus, Christian Tietz Dramaturgie Anna-Carola Krausse Podcast Felicitas Braun Social Media Johanna Möhring
„Dein Platz in der Welt“ ist eine Theaterproduktion von Vajswerk e.V., gefördert von der Heinz und Heide Dürr Stiftung sowie aus Sondermitteln der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf und dem KiA-Programm/Kultur Berliner Förderung der darstellenden Künste für ein junges Publikum.